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Die Wirtschaft Ägyptens

Freitag, 01. Juli 2011

Das Einkommen pro Kopf in Ägypten liegt im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern auf einem mittleren Niveau. Die vormalige Planwirtschaft nach dem Vorbild sozialistischer Staaten wurde in den 70 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts unter Führung des damaligen Präsidenten Sadat liberalisiert und für ausländische Unternehmen geöffnet. Privatisierungen von staatlichen Unternehmen waren dabei speziell in den 90 er Jahren keine Ausnahmen. Nach Südafrika ist das Land am Nil das am zweitstärksten industrialisierte des gesamten Kontinents. Die Landwirtschaft ist jedoch noch immer eine äußerst wichtige Grundlage für die Volkswirtschaft. Die Erlöse aus den Erdölexporten und die Einnahmen durch den Suezkanal sind auch noch heute die wichtigsten Einnahmequellen für den ägyptischen Staat. Weiteres Geld kommt durch Überweisungen von Gastarbeitern ins Land, die irgendwo im Ausland eine Arbeit angenommen haben. Der Tourismus spielt eine zunehmend wichtige Rolle, denn wohlhabende ausländische Touristen kommen trotz politischer Unruhen nach wie vor sehr gern in das Land der Pharaonen. Die Verteilung der Einkommen ist äußerst unausgewogen. Der Internationale Korruptionsindex stuft das Land als durchschnittlich korrupt ein. Das ägyptische Militär spielt in der ägyptischen Wirtschaft eine nicht zu unterschätzende Rolle, da es selbst viele Unternehmen betreibt.

Rund 3 Prozent der Fläche Ägyptens wird landwirtschaftlich genutzt. Die Zentren der Landwirtschaft befinden sich vorrangig im Nildelta und im Niltal sowie in einigen Oasen. Das Land wird von den Bauern (Fellachen) oftmals noch mit Jahrtausende alten Bewässerungs- und Anbaumethoden bewirtschaftet. Traditionell ist die Baumwolle das wichtigste Produkt der ägyptischen Landwirtschaft. Angebaut werden weiterhin Zuckerrohr, Reis, Mais, Hirse, Weizen, Kartoffeln, sowie Obst und Gemüse.

In der Industrie nimmt der Fahrzeugbau eine wichtige Rolle ein. Ansonsten wären noch die Zement-, Eisen-, Stahl-, Düngemittel- sowie die Aluminiumerzeugung zu erwähnen. Neben dem Erdöl als wichtigstem werden in Ägypten noch andere Bodenschätze ausgebeutet. Zu diesen zählen Buntmetalle, Uranerze, Schwefel und Asbest. Schon seit Jahren ist die Außenhandelsbilanz Ägyptens defizitär. Im Jahre 2009 betrug die Staatsverschuldung etwa 150 Milliarden US-Dollar, was etwa 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes entsprach.