Traurige “Sehenswürdigkeit”: Eine Stadt voller Müll

04. März 2011

Nicht ohne Grund boomt die Tourismusbranche in Ägypten seit Jahrzehnten. Landschaftlich und kulturell gibt es in Ägypten jede Menge zu entdecken und auch, wer einfach nur faul am Strand liegen und einen entspannten Badeurlaub machen möchte, finde in Ägypten viele Orte, an denen dies wunderbar möglich ist.
Doch auch Ägypten hat natürlich seine hässlichen Seiten – nur dass Reiseveranstalter sich verständlicher Weise große Mühe geben, die Urlauber in Ägypten von diesen dunklen Flecken auf dem sauberen Image des Reiselandes fernzuhalten.
Ein gutes Beispiel für einen solchen Ort in Ägypten, der zu Recht in keinem Reiseführer auftaucht, ist die so genannte Müllstadt der Kopten. Wer seinen Ägypten-Urlaub einfach nur genießen und möglichst viele schöne Eindrücke des Landes sammeln will, der sollte diesen Ort meiden. Wer sich aber ein komplettes Bild von den Verhältnissen in Ägypten machen möchte und womöglich sogar bereit ist, Hilfe zu bieten, wo Hilfe nötig ist, für den könnte eine Fahrt durch diese Stadt eine wichtige Erfahrung sein. Belassen Sie es aber besser bei einer Fahrt durch die Stadt und verzichten Sie darauf, auszusteigen, die Geruchsbelästigung ist für eine verwöhnte westliche Nase wirklich eine Herausforderung.
Die Müllstadt befindet sich – wie könnte es auch anders sein? – ein einem Außenbezirk Kairos am Mokattam. Als Ende der 40er Jahre immer mehr koptische Christen nach Kairo kamen, da sie in Mittelägypten keine Arbeit mehr fanden, wurde auch in der Großstadt das Angebot an Arbeit bald knapp. In ihrer Not begannen die Zabbalin, so wird diese Gruppe genannt, die enormen Massen an Müll, die die Großstadt produzierte, zu sammeln, um brauchbare Gegenstände, Essensrest etc, herauszufiltern. Heute werden die Abfälle zwar nicht mehr Eselskarren herangekarrt, doch das Prinzip bleibt gleich. Früh morgens fahren die Männer des Viertels los und sammeln Unmengen von Müll, den sie anschließend zu ihren Häusern bringen. Dort beginnen die Frauen sofort, die Abfälle zu durchsuchen. Essensreste dienen als Schweinefutter, brauchbare Wertstoffe werden an Altwarenhändler weiterverkauft.
Übrig bleibt – was sonst? – jede Menge Müll. Seit einigen Jahren werden immer mehr gemeinnützige Projekte ins Leben gerufen, um die hygienischen Zustände zu verbessern und den jungen Leuten des Viertels andere Perspektiven zu eröffnen. Noch ist es allerdings ein weiter Weg, bis aus der Müllstadt ein normales Viertel werden kann, so dass jede Hilfe, egal in welcher Form, einen Unterschied macht.

Neuere Geschichte Ägyptens

11. Januar 2011

Im 2. Weltkrieg war Ägypten ein einziges Schlachtfeld zwischen den deutschen und italienischen Truppen auf der einen Seite und den britischen Truppen auf der anderen Seite. Als im Jahre 1948 der Staat Israel ausgerufen wurde, beteiligte sich das Königreich Ägypten mit seiner Armee an dem arabischen Angriff gegen seinen neuen Nachbarstaat. Bekanntermaßen war diese militärische Intervention erfolglos. Im Jahre 1952 stürzte eine Bewegung „Freier Offiziere“ König Faruk, der seit 1936 regiert hatte, worauf hin die Republik Ägypten ausgerufen wurde. Bald darauf übernahm G. Abdel Nasser, der führende Kopf jener Revolution, die Macht und lenkte fortan als Präsident die Geschicke des Landes. Sehr enge Beziehungen wurden zur Sowjetunion unterhalten und Ägypten wandte sich dem Sozialismus zu. Als Folge dessen wurde im Jahre 1956 der Suez-Kanal verstaatlicht, was wiederum Großbritannien, Frankreich und Isreal zum militärischen Eingreifen veranlasste. Diese Krise konnte durch eine Intervention der UNO beigelegt werden. Im Jahre 1958 schlossen sich die Staaten Ägypten, Syrien sowie der Nordjemen zur VRA (Vereinigte Arabische Republik) zusammen. Diese bestand allerdings nur etwa 3 Jahre lang. Als im Jahre 1967 der Sechstagekrieg ausbrach, musste das Land über eine schwere militärische Niederlage quittieren. Nach dem unerwarteten Tod Präsident Nassers im Jahre 1970 übernahm der bisherige Vizepräsident Sadat dessen Geschäfte, der 1973 versuchte, die im Sechstagekrieg erlittenen territorialen Verluste wieder wett zu machen. Dies gelang ihm auch teilweise. Er leitete allerdings auch überraschender Weise im Jahre 1977 eine Friedensinitiative mit Israel ein, welche 1979 zu einem Friedensvertrag und dem Abzug israelischer Truppen führte, die bis dahin Teile der Sinai-Halbinsel besetzt hielten. Damit gewann Ägypten zwar sein Territorium zurück, geriet in der arabischen Welt jedoch unter starke Kritik und teilweise in Isolation. Präsident Sadat und Isreals Premierminister Begin wurde ob ihrer Friedensbemühungen der Friedensnobelpreis verliehen. Im Jahre 1981 wurde Präsident Sadat Opfer eines Anschlages. Seinem Nachfolger, Präsident Mubarak, ist es seitdem gelungen, dass Ägypten wieder ein voll respektiertes Mitglied der Arabischen Liga geworden ist. Jedoch regiert er zur Zeit gemäß den Notstandsgesetzen von 1982 autoritär.

Alexandria – Hafenstadt direkt am Mittelmeer

05. November 2010

Eine der faszinierendsten Metropolen der Welt ist das ägyptische Alexandria. Wer eine Fernreise nach Ägypten machen möchte und kulturell interessiert ist, sollte Alexandria als mögliches Reiseziel unbedingt in Betracht ziehen. Trotz einer beachtlichen Einwohnerzahl von fast 4,5 Millionen Einwohnern ist Alexandria mit deutlichem Abstand nur die zweitgrößte Stadt Ägyptens, da Kairo, mit unglaublichen 16 Millionen mehr als dreimal so groß ist wie die Hafenstadt direkt am Mittelmeer.
Die Geschichte der Stadt Alexandria ist beeindruckend. Vermutlich zwischen 2700 und 2200 vor Christus wurde das heutige Stadtgebiet erstmals besiedelt und die lange und bewegte Geschichte der Stadt begann. Die heutige Stadt entstand aber erst – so vermutet man – über zwei Jahrtausende später, als Alexandria nach Plänen aus der Feder des griechischen Architekten Deinokrates erbaut wurde. Als Anfangsdatum für dieses Unterfangen nimmt man das Jahr 231 vor Christus an.
Seit seiner Entstehung durchlebte Alexandria viele Höhen und Tiefen. Einst war die Stadt wirtschaftliches Zentrum und sogar weit über den gesamten Mittelmeerraum bekannt, einige Jahrhunderte später war die einstige Weltstadt zur Kleinstadt ohne jegliche Bedeutung zusammengeschrumpft. Nach dem Einsetzen der Industrialisierung begann ein neuerlicher Aufstieg, infolge dessen Alexandria heute wieder eine Weltstadt ist, die für Ägypten von äußerster wirtschaftlicher und touristischer Bedeutung ist.
Dem heutigen Stadtbild merkt man die belebte Geschichte der Stadt an, denn von den einstigen Schätzen in Form von bedeutenden Bauwerken sind nicht viele erhalten. Durch verschiedene Unruhen, vor allem religiöser Natur, wurde der größte Teil der historischen Tempel und Denkmäler, die die Stadt einst schmücken, für immer zerstört.
So ist die Stadt heute recht einheitlich gestaltet und stark von der orientalischen Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts geprägt.
Dennoch bietet die Millionenstadt natürlich jede Menge Sehenswertes. Zahlreiche Moscheen, ein gut erhaltenes römisches Theater, die Bibliothek Alexandria und die vielen Museen und Galerien der Stadt sind nur einige der Sehenswürdigkeiten, die bei einem Besuch in Alexandria auf dem Plan stehen sollten.
Das Flair der Stadt ist ein ganz besonderes, das orientalischen Charme mit modernem Großstadtleben vermengt. Besonders am Hafen herrscht spannendes Treiben, das man als Tourist aus einem der vielen Cafés wunderbar beobachten, staunen und zwischendurch ein bisschen die Seele baumeln lassen kann. Für eine Reise nach Ägypten ist ein Besuch in Alexandria unbedingt zu empfehlen.

Wer den Urlaub nicht ganz so weit weg verbringen möchte, kann aber auch wunderschön Urlaub im Ferienhaus in Kroatien verbringen.